Bildungsstreik und Menschenrechte

von Marcel

friedrich-wilhelm-gymnasium

Heute habe ich einen Artikel bei taz.de über die Studenten- und Schülerproteste gelesen. Das Thema wird umfassend diskutiert und berichtet, das soll auch gar nicht Thema sein. Aufgefallen ist mir jedoch folgender Ausschnitt:

In Jena […]
Etliche SchülerInnen wurden an der Teilnahme gehindert: In einigen Gymnasien, u.a. das Reichwein-Gymnasium, wurden sie einfach eingeschlossen.

Und dann noch der hier:

Der Rektor des Friedrich-Wilhelm-Gymnasiums in Köln wollte nicht, dass seine SchülerInnen an der Demo teilnehmen. Deswegen hat er die Schule abgeschlossen. Wer trotzdem nicht zum Unterricht kam, bekam einen unentschuldigten Fehltag.

Ich habe zu meiner Schulzeit schon einige Klopper an Kompetenzübertretung und Willkürherrschaft bei Lehrern und (Di)rektoren miterlebt, gibt es jetzt aber gar kein Maß mehr? Der Fehltag ist zweifelsohne Interpretationsspielraum, das Einsperren der Schüler in der Schule nicht. Es muss Schülern freistehen, sich jederzeit frei zu bewegen – auch wenn das nachteilige Konsequenzen für den Betreffenden haben kann – sofern dieser um die Konsequenzen weiß. So funktioniert ein Rechtsstaat: durch Einsicht, nicht mit dem Knüppel. Es ist abartig, wenn eigentliche Respektspersonen durch solch repressive Methoden ihre Hilflosigkeit demonstrieren, mit der aktuellen Jugend nicht mehr kommunizieren zu können oder wollen.

Ich hätte als mit einem Mobiltelefon ausgestatteter Schüler die Polizei gerufen. Wegen Freiheitsberaubung. Auch auf die Gefahr hin, dass ich nicht ernst genommen würde. Davor werden die meisten allerdings Angst gehabt haben – mit einem wild gewordenen Schulleiter ist nicht zu spaßen. Das Lehrerkollegium kann einem Schüler das Leben zur Hölle machen. Mich interessiert, ob es Widerstand in der Schule gab und, falls ja, wie dieser aussah.

Immerhin haben die Schüler so gleich eine Lektion fürs Leben gelernt: wer die Fresse hält kommt weiter.

(Originalfoto von bilderbuch-koeln.de)