Sonntage

von Sandra

Seit ich zu Hause ausgezogen bin, hab ich soweit ich mich erinnern kann keinen Sonntag freiwillig einen Fuß vor die Tür gesetzt. Wenn es doch mal dazu kam, waren Rückreisen nach Arbeitssamstagen, Arbeitssonntage oder damalige Freunde (“Komm wir gehen in “Ort vergessen” am Schloß spazieren, das heißt auch das kleine Versaille!”) schuld. Wenn ich an letztere zitierte Begebenheit denke, könnte ich mich immer noch selbst für meine am Telefon geflötete Antwort verprügeln. Und eben das sind Sonntage für mich: entweder Pärchen-Spaziergehen-bzw-das-Bett-mit-Croissants-vollkrümel-Tage oder für Menschen wie mich: im Schlafdress in der Wohnung abhängen.

Heute hab ich mal ein Mischung aus beidem probiert. Erst zu Hause rumhängen, dann rausgehen und dann wieder zu Hause rumhängen. Und was soll ich sagen: Der Mittelteil hat mich nicht überzeugt! Da waren Menschen, deren Kleidung sehr nach Funktionskleidung aussah, Frauen, die sich ihren Hunden äußerlich aufs Maximum angenähert haben und solche, die Lippenstift in Farben trugen, die schon in den 80ern verboten waren.

Das bestärkt mich doch sehr in meiner Meinung, dass ich in den letzten Jahren nichts falsch gemacht habe.