Die bis dahin nicht gekannten Seiten der 90er

von Sandra

Beruflich beschäftige ich mich gerade mit den 90ern und muss damit auch Erinnerungen an Style- und Musikverbrechen unterdrücken. Aber abseits von Eurodance und Buffalos habe ich eine Anekdote entdeckt, die ich so toll finde, dass ich sie teilen muss. Ich habe im Rahmen meiner Recherche ein Interview mit Nosie Katzmann gehört. Vorab möchte ich bitten, dass ihr erst zu Ende lest und dann erst Nosie Katzmann googelt, falls ihr ihn nicht kennt, denn das macht die Geschichte umso schöner. Wem der Name ein Begriff ist, wird trotzdem seinen Spaß haben. Nosie ist Musiker und saß irgendwann in den 90ern mit einem anderen Musiker in einem Café. Musiker 2 hatte ein Mädchen mit dabei. Als Musiker 2 auf Toilette musste, sagte er noch vorher zu dem Mädchen, dass Nosie auch Musiker sei. Es sagte darauf hin zu Nosie, dass er gar nicht aussehe wie ein Musiker, er erwiderte, dass er aber einer sei und dass es sich in ihn verlieben würde, wenn es seine Stimme hören würde. Später ging erst er, dann das Mädchen auf Klo und Musiker 2 sprach Nosie an, was er denn zum Mädchen gesagt habe, denn es hielt ihn für ziemlich arrogant und anmaßend. Nosie hatte aber mit dem Mädchen verabredet, dass er ihm ein Lied vorspielen wollte, es solle ihn am Abend anrufen. Als Nosie zu Hause war, schrieb er einen Song. Er hatte schon lange vorgehabt ein Lied über den schmalen Grat zwischen Selbstbewußtsein und Arroganz zu schreiben: Jetzt war der richtige Anlaß. Als das Mädchen anrief spielte er ihm seinen neuen Song vor. Das Mädchen sagte hinterher, es habe sich zwar nicht in ihn verliebt, aber der Song sei trotzdem toll. Es handelt sich um dieses Lied.

Zusammen mit Torsten Fenslau hat Nosie später an diesem Song geschraubt, so dass er dann so klang.

Beeindruckend, dass hinter einem Song, den ich bisher als sinnentleert und trashig abgetan habe, solch eine Geschichte steckt.