Schnittmuster
von Sandra
Obwohl ich mich schon eine ganze Weile mit Filmen auseinandersetze und den Kram auch studiert habe, finde ich es immer wieder faszinierend, wie die filmischen Stilmittel, wie Schnitt, Musik, Montage etc. Bedeutung konstruieren. Das hat schon in den 10er/20er Jahren Kuleshow in einem Experiment gezeigt. Bei diesem kombinierte er das Gesicht eines Mannes mit verschiedenen Dingen: einem Kindersarg, einem Teller Suppe u.ä. An dieser Stelle sei kurz eingeschoben, dass der genaue Ablauf und die einzelnen Einstellungen des Experiments, und ob es überhaupt je statt fand, nicht mehr nachvollziehbar sind und sich seitdem die Filmwissenschaft streitet, was Kuleshow da nun montiert hat und was nicht. Das Ergebnis ist aber davon unberührt: Die Aufnahmen wurden Menschen gezeigt, die je nachdem, was dem Gesicht des Mannes als Schnittbild entgegengesetzt wurde, unterschiedliche Emotionen in den Gesichtsausdruck des Mannes interpretierten: Trauer bei dem Kindersarg oder Hunger bei dem Teller Suppe. Es war aber immer das gleiche Bild des Mannes, was benutzt wurde. Damit wird deutlich, welche sinnstiftende Macht die Montage hat. Wenn man sich nun bewußt macht, dass der Großteil der Erzählung im Film neben den Dialogen auf Schnitten beruht, verwundert es nicht, dass Film immer wieder als Propagandamittel eingesetzt wird. Wenn man jetzt noch die Komponente Musik hinzuzieht, wird es richtig manipulativ. Um das ganze etwas klarer zu machen, und weg von der theoretischen, hin zur Mainstreamebene zu ziehen, das Popcornbeispiel:
Schon beeindruckend -- aber viel gruseliger ist das:
Spooky, oder?